Schlagwort-Archive: Rio+20

Manifestação com Greenpeace

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Wie alle Welt weiß ist ja gerade Rio+20 im Gange und genauso weiß auch jeder, dass natürlich nur Müll dabei rauskommen wird. Kein Geheimnis. Also raus auf die Straße Leute. Deshalb habe gestern auf ner Mega Demo im Stadtzentrum mitgemischt. Es waren ganz viele unterschiedliche Veranstalter und ich war bei den Greenpeacern mit dabei. Was für eine ungeheure Energie die haben!!! Die sind die zwei Stunden die ich mit ihnen unterwegs war nur am schreien, singen, springen und tanzen. Überwältigend und ich habe auch keine andere Gruppe gesehen die soviel Energie versprüht hat.

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Nun geht‘s langsam dem Ende zu

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Hallo ihr Lieben, gerade wird mir bewusst, dass der Aufenthalt in Rio nun tatsächlich dem Ende zugeht. Drei Tests auf Portugiesisch schon geschrieben (das Ergebnis war gar nicht so übel 😉 ) und gerade dabei zwei Präsentationen vorzubereiten. Und eben eine dieser Präsentationen bringt mich nun auf den Boden der Tatsachen zurück, dass das Semester bald zu Ende ist, aber zeigt mir auch auf, was ich hier schon für tolle Sachen erlebt habe. Für meinen Kurs in Marktforschung soll ich einen Vortrag über die Unterschiede zwischen Deutschland und Rio machen und ein bisschen von meinen Erfahrungen bei diesem Austausch sprechen. Dafür habe ich gerade ein in meinen eigenen Blog gelinst, denn der stellt ja nun auch mein Tagebuch dar. Auf jeden Fall ist es toll zu sehen, was denn tatsächlich alles schon passiert ist (nicht gerade wenig will ich meinen) und vor allem die verbleibende Zeit noch zu nutzen. Derzeit geht es mir hier ausgesprochen gut. Die Anfangsverliebtheit in Rio ist wieder zurückgekehrt und ich genieße hier jeden Tag. Vor allem der „Herbst“ hier gefällt mir richtig gut. Es regnet zwar heute (und für den Rest der Woche sagt der Wetterbericht nichts anderes), aber wenn die Sonne scheint ist es berauschend schön. Es ist meistens nicht mehr so heiß und das Wetter erinnert mich immer daran, wie ich mir das Wetter zu Ostern in Deutschland immer vorstelle/wünsche. Ein Grund warum es mir hier so gut geht ist auch, dass ich das Gefühl habe es läuft alles perfekt. Ich habe eine tolle Capoeira Gruppe, bin ab und zu mit einer Freundin aus der Uni und deren Freunden zum Tanzen am Wochenende unterwegs (oder mit den Capoeiristas, oh je den Cachaça von diesem Wochenende spür ich noch) und bin schon mitten in Rio+20 involviert. Dazu gleich mehr, aber erst will ich noch meine Begeisterung für die Samba mit euch teilen. Ich bin leider völlig unfähig es zu erlernen (was nicht heißen soll, dass ich es nicht ausgiebig mit Hilfe der Brasilianer versucht hätte, sie sind wirklich ein geduldiges Volk!!!), aber es ist auch einfach nur hinreißend das Ganze zu beobachten. Es ist einfach so anders als bei uns in Deutschland. Paartanz bei jungen Leuten ist ja eher verpönt, umso schöner ist es hier das Rhytmusgefühl und die Leidenschaft der jungen Brasilianer bei diesem Tanz zu sehen. Fließende Bewegungen ohne Nachdenken und dieser Einklang zwischen Mann und Frau ist einfach nur zum träumen und wünschen man könnte es auch. Aber dafür bin ich wohl im falschen Kulturkreis aufgewachsen 🙂

Nun zu Rio+20. Im Planetarium direkt neben der Uni finden derzeit schon Veranstaltungen statt und während Rio+20 ist da auch ganz viel los, was von Humanitare, einer Organisation die mit der UN zusammen arbeitet, organisiert wird. Und für die mach ich Fotos, die dann an die Presse weitergehen und ins Netz. Endlich mal wieder nicht nur für mich fotografieren! Im Juli kommt dann auch endlich Matthias zu Besuch und im August bin ich noch auf der Weltkonferenz der studentischen Unternehmensberatungen in Paraty, bevor es dann heimwärts geht.

Ich drücke euch alle und freu mich auch schon auf zu Hause, aber nun heißts erstnochmal die letzten drei Monate hier genießen.

Beijos do Rio

Eure Leni

Wie ist das eigentlich so mit der PUC?

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Dieser Beitrag ist ja nun eigentlich längst überfällig. Schließlich sind die ersten 5 Wochen Uni schon um, und so ein Semester ist ja nicht besonders lang. Auf jeden Fall bin ich ein bisschen unentschlossen wie ich die Uni einschätzen soll. Ich nehme an 5 Kursen teil, wobei einer davon der Portugiesisch Unterricht ist. Der findet drei mal die Woche für knapp 2 Stunden statt. Das ist trotzdem noch sehr wenig. Im Kurs sind wir ca. 20 Leute, wobei wir selten voll besetzt sind, aber ich empfinde es trotzdem noch als zu viele, vor allem weil ein unterschiedliches Niveau herrscht. Mir geht das alles viel zu langsam, für mich wäre wahrscheinlich Privatunterricht eher geeignet.

Im Kurs „Atendimento Publicitário“ beschäftigen wir uns mit der Planung von Werbung, überwiegend eigentlich die Arbeit von Werbeagenturen. Bin mir nicht so sicher, ob ich da bisher viel neues gehört habe, zum Teil auch deswegen weil Portugiesisch eben doch noch ne Fremdsprache ist. Auf jeden Fall bekomme ich aber von der Dozentin auch Tips für Engagement im Bereich Nachhaltigkeit. Schließlich findet hier in Rio, und auch an der PUC gibt es viele Veranstaltungen, im Juni „Rio+20“ (Weltgipfel) statt . Das Schicksal ist mir wie immer wohlgesonnen. Mal sehen wie ich da also partizipieren kann.Alle anderen Kurse habe ich zwei Mal die Woche für jeweils 2h. Ich muss sagen alle Dozenten sind sehr nett und haben kein Problem damit mich im Unterricht zu haben (ich bin Gott sei Dank die einzige Austauschstudentin in allen Kursen). Eigentlich kommen alle Dozenten aus der Wirtschaft und haben lange Berufserfahrung…

Im Kurs „Direção de Arte“ arbeiten wir kreativ, derzeit mit Typographie, und ich quäle mich mit Schriften rum wie eh und je (Grummel, wenn ich an die Katastrophe vom letzten Semester denke (Reich)). Diesmal Gott sei Dank in Gruppenarbeit mit Elisa. Auch hier ist der Dozent wieder sehr zuvorkommend und hat mir ein paar Bücher mitgebracht zum gucken.

„Pesquisa de Mercado“ ist die Marktforschung. Da haben wir schon direkt in der 2. Wochen eine Umfrage durchführen müssen (über 4 Blätter, insgesamt 34 Fragen, die Befragten waren da natürlich nicht so begeistert!!!), wobei ich die Fragebögen nicht so überzeugend fand. Wir sollten dazu als Studenten unsere Anmerkungen vor der Umfrage geben (mit dem Wissen von quasi 0) und das wurde dann noch eingearbeitet. Ansonsten hab ich da bisher auch noch nicht viel neues gehört (Frau Küster (Marketing Grundlagen)hat schon Vorarbeit geleistet).

Mídia soll Auskunft geben über Preise bei Werbemitteln (Anzeigenpreise bei Zeitungen…), die Verbreitung der Medien, die sozialen Klassen und weiß ich was noch alles. Da blicke ich glaub ich am wenigsten durch. Wir gucken viele Nachrichtenausschnitte die der Dozent in den Tagen davor aufnimmt (das ist zwar interessant, allerdings mit meinen Portugiesischkenntnissen schwer zu verstehen) und die natürlich zum Thema Medien passen. Gestern haben wir z.B. einen Beitrag gesehen, wie in den Schulen der Umgang mit dem Tablet Computer vermittelt wird. Der Unterricht bezieht sich natürlich immer nur auf Brasilien, was aber spannend ist um das Land und die Kultur besser kennenzulernen. Was es mir vor allem schwer macht im Unterricht ist der Dozent selbst. Er kommt aus „Nordeste“ eine Region weiter nordöstlich und hat einen extremen Akzent, den selbst die anderen Studenten (alles Brasilianer) schwer verstehen. Zusätzlich nuschelt er gerne und vor allem stellt er mir gerne Fragen, die ich immer noch mindestens einmal wiederholen lassen muss, wobei er dann gerne noch mehr nuschelt anstatt dann möglichst klar zu sprechen. Er ist dabei aber überhaupt nicht bösartig. Ansonsten gibt er mir gerne Zeitschriften mit die er zur Ansicht im Unterricht immer dabei hat (er muss ein riesiges Archiv haben, mit Zeitschriften mindestens seit den 70ern).

Also wie gesagt, ich bin noch unschlüssig in Bezug auf die Qualität des Unterrichts. Ansonsten gibt es noch zu berichten, dass leider der Tiefpunkt meines Aufenthaltes erreicht ist. Die anfängliche Überschwänglichkeit ist vorbei, die Routine eingekehrt und nun fallen mir vor allem die Sachen auf die ich in Brasilien nicht leiden kann. Ich denke aber auch das ist normal bei einem längeren Auslandsaufenthalt und ich hoffe es legt sich bald wieder. Schließlich bin ich hier weil ich hier sein will, das muss man sich immer wieder in Erinnerung rufen! SUPER WICHTIG!!!