Schlagwort-Archive: Brasilien

Saudade! (Sehnsucht!)

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Man, wie die Zeit rennt. Nun bin ich schon ein 3/4 Jahr wieder im heimatlichen Deutschland, aber Rio schleicht sich gedanklich doch recht häufig ein. So muss das auch sein, denk ich mir 😉

Während meiner Zeit in Rio hab ich, begünstigt durch die tolle Wohnlage mit super Dachterrasse, den Cristo mal etwas genauer unter Beobachtung genommen und das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Es war echt was ganz Besonderes, dass ich den Cristo zu jeder Tages- und Nachtzeit im Blick hatte und entsprechend dokumentieren konnte. Eins meiner Highlights!

So here it goes:

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Der Abschluss

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Liebe abschließende Grüße

Leni

3 Städte Reise – Ouro Preto, Belo Horizonte, São Paulo

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Ich bin ja hier schon in Urlaubszeit. Yippieh. Letzte Woche Dienstag musste ich aus meiner Unterkunft ausziehen, da die neuen Austauschstudenten nun schon da sind. Deshalb bin ich eine Woche hier in der „Nähe“ rumgereist. Zuerst ging es nach Ouro Preto. Ich war viel zu Fuss unterwegs, was doch recht anstrengend war, da die Stadt sehr hügelig ist. Vor allem viele Kirchen habe ich gesehen (jetzt hab ich erstmal genug für die nächsten Jahre). Die Brasilianer haben mir immer vorgeschwärmt wie schön die doch alle seien, dass kann ich leider nicht nachvollziehen. Ich bevorzuge den italienischen Stil. Man durfte in keiner der Kirchen fotografieren, bis auf einer.

Vor allem kalt war es in Ouro Preto, nichts im Vergleich zu Rio. Besonders schön fand ich hier das Museu de Ciência e Técnica. Ein sagenhafte Ausstellung von Steinen aus der ganzen Welt, aber eben auch viel, was dort in der Gegend abgebaut wurde. Also das Museum kann ich wärmstens empfehlen.

3 Tage später ging es dann nach Belo Horizonte, Hauptstadt von Minas Gerais. Lustigerweise habe ich dort in einem Park einige andere Austauschstudenten aus meinem Portugiesisch Kurs getroffen, die auch noch Brasilien entdecken. An sich war Belo Horizonte aber nicht allzu spannend.

Weiter gings dann nach São Paulo. Die größte Stadt in Brasilien. Und sie ist auch wirklich enorm. Hier habe ich allerdings auch ein gut funktionierendes U-Bahn Netz vorgefunden. SP fand ich schon beeindruckend aber eben doch ganz anders als Rio. Vielleicht lag es daran das ich alleine gereist bin, aber ich hatte doch Sehnsucht nach meiner Heimat hier in Brasilien: Rio. Rio ist chaotisch, aber nicht umsonst heisst es „Cidade Maravilhosa“ – Wunderbare Stadt.

Ich freue mich wieder in Rio zu sein und vor allem geht’s heute Nachmittag zum Flughafen, denn Matthias kommt endlich zu Besuch. Wir werden eine Woche in Rio bleiben, danach die Ilha Grande besuchen und zum Schluss nach Maranhão, im Nordosten des Landes reisen.

Até logo

Leni

Besuch aus der Heimat

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Nun sind sie schon eine Woche hier im schönen und vor allem warmen Rio. Die Eltern. Anreise hat problemlos geklappt. Es gab schon Kokoswasser aus der Nuss zu trinken, ein unfreiwilliges Bad im Meer, weil die Wellen ja manchmal ganz unverhofft kommen und natürlich darf ein kleiner Sonnenbrand im Riourlaubsrepertoir nicht fehlen.

Für Urlauber aus unseren Gefilden ist Rio auf jeden Fall erstmal Gewöhnungssache. So muss man erst herausfinden, dass man vor einer Busfahrt lieber längere Zeit nichts isst, damit es einem beim Kupplungreinspringenlassen des Busfahrers nicht gleich wieder hinauspurzelt. Über Busse habe ich ja schon mehrfach berichtet. Es ist für mich einfach immer noch eines meiner liebsten Themen und heute kann ich eine neue Anekdote zum Besten geben, ich war aber leider nicht dabei. Auf jeden Fall muss man ja immer ein Drehkreuz passieren um mit dem Bus zu fahren und dieses zählt dann wieviele Personen den Bus benutzt haben, sprich man kann nicht einfach doppelt drehen. Diese Erfahrung musste mein Papa nun auch machen. Voll beschäftigt damit den Rucksack bloß nicht hinterdrein zu lassen hat er also den Rucksack vornan transportiert, artig das Drehkreuz geschoben und huch…was ist den das? Der Rucksack war schon auf der anderen Seite, das Drehkreuz gedreht, nur der Papa stand noch auf der falschen Seite. Und nu? Man hat im Bus immer einen Busfahrer und einen der kassiert. Der Kassierer hat also dem Busfahrer zugerufen das er mal anhalten solle, was dieser dann auch sogleich gemacht hat, Papa ist also vorne wieder ausgestiegen, schnell nach hinten gerannt, während Mama aufgeregt das ganze verfolgt hat, ob er auch wirklich nicht den Bus verpasst, und er ist dann hinten wieder wohlbehalten eingestiegen. Interessantes System, ich habe mich auf jeden Fall schlapp gelacht, die Geschichte fand ich zu schön.

Zu Ostern haben wir gemeinsam gekocht und die Aussicht von meiner Terrasse genossen.  Vor allem habe ich mich über die mitgebrachte Schokolade gefreut, die Schokolade hier ist wirklich kein Hochgenuss. Zum einen denk ich mir das liegt vielleicht daran das es hier so heiß ist und deswegen nicht so verbreitet ist, andererseits sitzen wir ja hier fasst an der Quelle was die Kakaobohnen angeht. Aber ich glaube die Brasilianer haben einfach einen anderen Geschmack. Die amerikanische Schoki, die es hier zu kaufen gibt muntert mich jedenfalls auch nicht auf, dass kann wohl jeder verstehen der deutsche/schweitzer Schokolade kennt.

Ansonsten sind die beiden hier auch alleine unterwegs, da ich ja Uni habe, aber ich bin beeindruckt und stolz wie gut sie das gemeistert kriegen. Schließlich sprechen sie die einheimische Sprache nicht und befinden sich in einem Land wo alles völlig anders läuft als daheim. Auf jeden Fall scheint es ihnen Spaß zu machen auch mal die andere Seite der Welt kennen zu lernen.

Bunter Mix an Bildern

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Es krabbelt überall

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Schon zu Beginn meiner Zeit hier in Rio hatte ich öfter mal Ameisenbesuch in meinem Badezimmer. Das ist leider der Nachteil in den südlichen Gefilden, man hat keine hermetisch geschlossenen Wohnungen wie bei uns. Man braucht hier ja meistens auch ein bisschen Frischluft wegen der Wärme und eigentlich sind die Fenster den ganzen Tag offen. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass man ungewollte Mitbewohner hat. Auf jeden Fall habe ich das Problem vor 2 Monaten schnell bewältigen können [das steht natürlich überhaupt nicht im Einklang mit meinem Vegetariersein (selbstverständlich habe ich sie nicht verspeist ;-))], aber seit ein paar Tagen musste ich wieder auf Jagd gehen im Badezimmer, bis ich dann heute mal zu Backpulver gegriffen habe und sämtliche mögliche Löcher im Bad gestopft habe. So weit so gut. Als ich zwei Stunden später wieder im Bad bin stehe ich mitten in der schönsten Ameisenstraße, Oh Gott waren das viele. jedenfalls haben sie wohl das einzige Loch, das ich nicht gefunden hatte, genutzt. Aber ich habe dann auch sehr schnell festgestellt, dass sie nicht aus dem Bad kamen, sondern ins Bad. Und nach genauer Inspektion, auf dunklem Boden gar nicht so einfach, denn die Ameisen sind Miniausgaben, habe ich dann auch ersehen können wo sie herkamen, nämlich aus dem Zimmer meiner Mitbewohnerin. Da die nicht zu Hause war bin ich dann einfach mal ins Zimmer um das Übel zu betrachten und musste feststellen, dass alle Ratschläge unserer Vermieterin, „bloß Sauberkeit walten zu lassen, weil sonst die Ameisen kommen“ in den Wind geschlagen wurden. Also kein Wunder. Mal gucken wie sich das ganze jetzt entwickelt.

Übrigens sind hier Ameisen (Gott sei dank wohnen wir im 10. Stock und die Kakerlaken kommen nicht zu uns) gar nichts ungewöhnliches. In der Küche haben wir immer ein paar. Das ist aber nicht weiter tragisch so man Sauberkeit walten lässt. Aber eben nur dann.

Pão de Queijo selbstgemacht

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Heute habe ich mich mal an eine örtliche Spezialität gewagt. Pão de Queijo.Übersetzt würde es Käsebrot heißen, aber das wird dem Gebäck wohl eher nicht gerecht. Es sind kleine Teigbällchen die auch Käse enthalten. Es gibt sie hier an jeder Ecke zu kaufen. Aber bisher war ich noch nicht überzeugt, sie sind innen nicht ganz durchgebacken und genauso muss es hier auch sein. Aber das ist bisher nicht ganz mein Ding und deshalb wollte ich sie selbst mal ausprobieren und einfach ein bisschen länger backen. Ich hab mir also eine Youtube Anleitung gesucht und losgelegt. Aber begeistert bin ich immer noch nicht. Vielleicht liegt es einfach daran das man hier andere Zutaten verwendet. Vor allem mit Öl wird viel gekocht und gebacken, ich bin eher an Butter gewöhnt. Und Hauptbestandteil ist Polvinho, ein Maniokstärke.

Während ich munter in der Küche gewerkelt habe war draußen das schönste Wetterleuchten im Gange und da ich ja im obersten Stock wohne und ne Superaussicht habe, konnte ich nebenbei gleich noch ne Runde Fotos machen.