Archiv für den Monat April 2012

Besuch aus der Heimat

Standard

Nun sind sie schon eine Woche hier im schönen und vor allem warmen Rio. Die Eltern. Anreise hat problemlos geklappt. Es gab schon Kokoswasser aus der Nuss zu trinken, ein unfreiwilliges Bad im Meer, weil die Wellen ja manchmal ganz unverhofft kommen und natürlich darf ein kleiner Sonnenbrand im Riourlaubsrepertoir nicht fehlen.

Für Urlauber aus unseren Gefilden ist Rio auf jeden Fall erstmal Gewöhnungssache. So muss man erst herausfinden, dass man vor einer Busfahrt lieber längere Zeit nichts isst, damit es einem beim Kupplungreinspringenlassen des Busfahrers nicht gleich wieder hinauspurzelt. Über Busse habe ich ja schon mehrfach berichtet. Es ist für mich einfach immer noch eines meiner liebsten Themen und heute kann ich eine neue Anekdote zum Besten geben, ich war aber leider nicht dabei. Auf jeden Fall muss man ja immer ein Drehkreuz passieren um mit dem Bus zu fahren und dieses zählt dann wieviele Personen den Bus benutzt haben, sprich man kann nicht einfach doppelt drehen. Diese Erfahrung musste mein Papa nun auch machen. Voll beschäftigt damit den Rucksack bloß nicht hinterdrein zu lassen hat er also den Rucksack vornan transportiert, artig das Drehkreuz geschoben und huch…was ist den das? Der Rucksack war schon auf der anderen Seite, das Drehkreuz gedreht, nur der Papa stand noch auf der falschen Seite. Und nu? Man hat im Bus immer einen Busfahrer und einen der kassiert. Der Kassierer hat also dem Busfahrer zugerufen das er mal anhalten solle, was dieser dann auch sogleich gemacht hat, Papa ist also vorne wieder ausgestiegen, schnell nach hinten gerannt, während Mama aufgeregt das ganze verfolgt hat, ob er auch wirklich nicht den Bus verpasst, und er ist dann hinten wieder wohlbehalten eingestiegen. Interessantes System, ich habe mich auf jeden Fall schlapp gelacht, die Geschichte fand ich zu schön.

Zu Ostern haben wir gemeinsam gekocht und die Aussicht von meiner Terrasse genossen.  Vor allem habe ich mich über die mitgebrachte Schokolade gefreut, die Schokolade hier ist wirklich kein Hochgenuss. Zum einen denk ich mir das liegt vielleicht daran das es hier so heiß ist und deswegen nicht so verbreitet ist, andererseits sitzen wir ja hier fasst an der Quelle was die Kakaobohnen angeht. Aber ich glaube die Brasilianer haben einfach einen anderen Geschmack. Die amerikanische Schoki, die es hier zu kaufen gibt muntert mich jedenfalls auch nicht auf, dass kann wohl jeder verstehen der deutsche/schweitzer Schokolade kennt.

Ansonsten sind die beiden hier auch alleine unterwegs, da ich ja Uni habe, aber ich bin beeindruckt und stolz wie gut sie das gemeistert kriegen. Schließlich sprechen sie die einheimische Sprache nicht und befinden sich in einem Land wo alles völlig anders läuft als daheim. Auf jeden Fall scheint es ihnen Spaß zu machen auch mal die andere Seite der Welt kennen zu lernen.

Advertisements

Wie ist das eigentlich so mit der PUC?

Standard

Dieser Beitrag ist ja nun eigentlich längst überfällig. Schließlich sind die ersten 5 Wochen Uni schon um, und so ein Semester ist ja nicht besonders lang. Auf jeden Fall bin ich ein bisschen unentschlossen wie ich die Uni einschätzen soll. Ich nehme an 5 Kursen teil, wobei einer davon der Portugiesisch Unterricht ist. Der findet drei mal die Woche für knapp 2 Stunden statt. Das ist trotzdem noch sehr wenig. Im Kurs sind wir ca. 20 Leute, wobei wir selten voll besetzt sind, aber ich empfinde es trotzdem noch als zu viele, vor allem weil ein unterschiedliches Niveau herrscht. Mir geht das alles viel zu langsam, für mich wäre wahrscheinlich Privatunterricht eher geeignet.

Im Kurs „Atendimento Publicitário“ beschäftigen wir uns mit der Planung von Werbung, überwiegend eigentlich die Arbeit von Werbeagenturen. Bin mir nicht so sicher, ob ich da bisher viel neues gehört habe, zum Teil auch deswegen weil Portugiesisch eben doch noch ne Fremdsprache ist. Auf jeden Fall bekomme ich aber von der Dozentin auch Tips für Engagement im Bereich Nachhaltigkeit. Schließlich findet hier in Rio, und auch an der PUC gibt es viele Veranstaltungen, im Juni „Rio+20“ (Weltgipfel) statt . Das Schicksal ist mir wie immer wohlgesonnen. Mal sehen wie ich da also partizipieren kann.Alle anderen Kurse habe ich zwei Mal die Woche für jeweils 2h. Ich muss sagen alle Dozenten sind sehr nett und haben kein Problem damit mich im Unterricht zu haben (ich bin Gott sei Dank die einzige Austauschstudentin in allen Kursen). Eigentlich kommen alle Dozenten aus der Wirtschaft und haben lange Berufserfahrung…

Im Kurs „Direção de Arte“ arbeiten wir kreativ, derzeit mit Typographie, und ich quäle mich mit Schriften rum wie eh und je (Grummel, wenn ich an die Katastrophe vom letzten Semester denke (Reich)). Diesmal Gott sei Dank in Gruppenarbeit mit Elisa. Auch hier ist der Dozent wieder sehr zuvorkommend und hat mir ein paar Bücher mitgebracht zum gucken.

„Pesquisa de Mercado“ ist die Marktforschung. Da haben wir schon direkt in der 2. Wochen eine Umfrage durchführen müssen (über 4 Blätter, insgesamt 34 Fragen, die Befragten waren da natürlich nicht so begeistert!!!), wobei ich die Fragebögen nicht so überzeugend fand. Wir sollten dazu als Studenten unsere Anmerkungen vor der Umfrage geben (mit dem Wissen von quasi 0) und das wurde dann noch eingearbeitet. Ansonsten hab ich da bisher auch noch nicht viel neues gehört (Frau Küster (Marketing Grundlagen)hat schon Vorarbeit geleistet).

Mídia soll Auskunft geben über Preise bei Werbemitteln (Anzeigenpreise bei Zeitungen…), die Verbreitung der Medien, die sozialen Klassen und weiß ich was noch alles. Da blicke ich glaub ich am wenigsten durch. Wir gucken viele Nachrichtenausschnitte die der Dozent in den Tagen davor aufnimmt (das ist zwar interessant, allerdings mit meinen Portugiesischkenntnissen schwer zu verstehen) und die natürlich zum Thema Medien passen. Gestern haben wir z.B. einen Beitrag gesehen, wie in den Schulen der Umgang mit dem Tablet Computer vermittelt wird. Der Unterricht bezieht sich natürlich immer nur auf Brasilien, was aber spannend ist um das Land und die Kultur besser kennenzulernen. Was es mir vor allem schwer macht im Unterricht ist der Dozent selbst. Er kommt aus „Nordeste“ eine Region weiter nordöstlich und hat einen extremen Akzent, den selbst die anderen Studenten (alles Brasilianer) schwer verstehen. Zusätzlich nuschelt er gerne und vor allem stellt er mir gerne Fragen, die ich immer noch mindestens einmal wiederholen lassen muss, wobei er dann gerne noch mehr nuschelt anstatt dann möglichst klar zu sprechen. Er ist dabei aber überhaupt nicht bösartig. Ansonsten gibt er mir gerne Zeitschriften mit die er zur Ansicht im Unterricht immer dabei hat (er muss ein riesiges Archiv haben, mit Zeitschriften mindestens seit den 70ern).

Also wie gesagt, ich bin noch unschlüssig in Bezug auf die Qualität des Unterrichts. Ansonsten gibt es noch zu berichten, dass leider der Tiefpunkt meines Aufenthaltes erreicht ist. Die anfängliche Überschwänglichkeit ist vorbei, die Routine eingekehrt und nun fallen mir vor allem die Sachen auf die ich in Brasilien nicht leiden kann. Ich denke aber auch das ist normal bei einem längeren Auslandsaufenthalt und ich hoffe es legt sich bald wieder. Schließlich bin ich hier weil ich hier sein will, das muss man sich immer wieder in Erinnerung rufen! SUPER WICHTIG!!!

É bom pra Caramba

Standard

Heute gibt’s mal ein „paar“ Videos zu gucken. In einem meiner Kurse an der PUC stellt jeder jede Woche etwas vor, bzgl. Werbung. Und ich hab mir die besten Sachen aufgeschrieben und möchte sie heute gerne mit euch teilen.

Sogar Werbung aus Deutschland kommt hier an!

So unmöglich man Coca Cola auch finden mag, sie haben kreative Marketingköpfe!

Tolle Kampagne über das Komma, leider aber auf Portugiesisch und nur für wenige von euch verständlich.

Blut im Einzelhandel – Blutspenden Kampagne

Die Amis haben echt nen Knall, manchmal kann man gar nicht fassen, was es so alles gibt!

Dies ist ein neues Netzwerk für Zahnärzte in Brasilien. Eigentlich wie Facebook aber auf professioneller Basis. Das heisst die Ärzte können z.B. Fotos von „Fällen“ hochladen und sich gegenseitig beraten. Das fand ich ganz interessant:

http://www.ident.com.br/

Hat man sowas schon mal gesehen? Ich bin schockiert!

http://myfreeimplants.com/