Schöner als im Traum

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Heute musste ich leider mal Capoeira schwänzen, weil ich sonst einfach nicht mit meinem Blog hinterherkomme, aber es gibt doch so viele Eindrücke zu teilen. Es soll diesmal vor allem um das Wochenende in Buziós gehen (http://g.co/maps/k4k8a). Hingefahren sind wir vor allem um ein Berimbau zu bauen, aber das Feiern sollte natürlich nicht zu kurz kommen. Freitag Vormittag gings mit vollbesetzten Autos los. Die Fahrerin war geübt und raste so um die Kurven das mir ganz anders wurde, wobei ich das Gefühl hatte, dass sie sicher gefahren ist, wobei ich dazu sagen muss, dass wir im Hellen unterwegs waren. Im Dunkeln, auf der Rückfahrt, sah das schon ganz anders aus.

Nach guten 2 Stunden waren wir dann da. Ich hatte mir vorher gar nicht so recht überlegt, wo wir denn übernachten würden, aber mit dem was dann Tatsache war hatte ich definitiv nicht gerechnet. Ein super Haus mit 3 Schlafräumen unten, einem riesen Wohn- und Esszimmer, einer Küche, zwei Schlafzimmern im Obergeschoss und gefühlten 30Millionen Badezimmer. Und vor allem mit nem ganz schicken Pool im Garten, den ich sonst nur aus den Hollywoodfilmen kenne. Das sollte also unser Domizil für das folgende Wochenende sein. Ich war einfach überwältigt. Außerdem lag das Meer direkt hinter dem Haus vor uns, nicht mal eine Minute Fußweg. Und da gings natürlich als erstes hin. Ich muss zugeben, ich war bisher in Brazilien noch nicht im Meer baden, aber dort wollte ich gar nicht mehr hinaus. Es war wärmer als in der Badewanne und es gab sehr schöne Wellen. Genau das richtige für Fräulein Leni. Außerhalb des Wassers war es auch nicht so heiß, da es in Buziós viel Wind gibt, allerdings ist das auch gefährlich weil man sich schnell verbrennen kann, ohne es zu merken. Ich bin Gott sei Dank lediglich wohlgebräunt in die „Heimat“ zurückgekehrt. Nach dem Bad im Meer gings dann zum Baden in den Pool mit Cachaça im Gläschen. So stellt man sich doch das Leben vor!

Ich hatte Glück und zu der Gruppe gehörte auch ein veganer Brasileiro. So brauchte ich mir keine Gedanken um vegetarisches Essen zu machen, da er auf jeden Fall darauf achten würde. Außerdem kann ich von ihm auch Rezepte für typische brasilianische Gerichte bekommen. Das Haus gehörte übrigens den Eltern von einer der Capoeiristas, deswegen mussten wir auch keine Miete zahlen. Zum Haus gehörte auch eine Hausangestellte. Das ist hier in Brasilien generell gar nicht so unüblich. Auf jeden Fall hat sie sich vor allem um das Essen gekümmert. Die erste Nacht war ziemlich unangenehmen, da die Brasileiros es scheinbar nicht für besonders schicklich empfanden, dass die ganze Damengesellschaft sich schon frühzeitig zu Bett gewagt hat. So bekamen wir dann 3-4 in der Nacht Besuch mit Paukenschlag und Gesang, echt ein ohrenbetäubender Lärm. Morgens um 5 hab ich dann endlich den Schlüssel entdeckt.

Am Samstag war dann großer Basteltag. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es soviel Zeit in Anspruch nehmen würde, diese Berimbau anzufertigen. Es hat aber auf jeden Fall riesen Spaß gemacht und ich konnte mein selbstgebautes Musikinstrument am Ende mit nach Hause nehmen. Ich habe euch eine kleine Dokumentation des Produktionsprozesses zusammen gestellt.

Die zweite Nacht war wesentlich angenehmer. Die Herren hatten sich scheinbar eingelebt und haben die Nacht bei Bier und Cachaça diesmal entspannt verbracht. Hier weiß man allerdings echt zu feiern. Als ich morgens um 9 aufgestanden bin waren die noch nicht im Bett. Der Sonntag ging dann entspannt zu. Wieder ne Runden im Meer baden, evt. noch ein bisschen am Instrument rumbasteln, abends gemeinsam Pizza essen und um kurz nach 12 bin ich dann mit einem Teil der Gruppe gen Heimat gereist. Einige Leute sind noch bis Montag geblieben. Ich bin echt froh im Nachhinein, dass ich so müde war während der Autofahrt, denn immer wenn ich die Augen offen hatte, wurde mir eher unüblich im Magen. Hier ist scheinbar alles gang und gäbe was bei und in Deutschland verboten ist. Da fährt man ganz dicht auf den Vordermann auf, blinkt munter um dem anderen klar zu machen, dass man da durch will, oder gibt auch Lichthupe von hinten. Vor allem aber ist man hier ein schnelles Tempo in den Kurven gewöhnt, sodass ich meine Sitznachbarin bei jeden zweiten Kurve auf dem Schoß hatte. Auf jeden Fall bin ich heile wieder zu Hause angekommen und muss sagen, ich habe mich auch sehr auf „zu Hause“ gefreut. Ich vermisse meinen Christo doch schon ein bisschen des Nachts. Das Wochenende war ein einmaliges Erlebnis und hat hoffentlich vor allem meine Portugiesisch Kenntnisse ein bisschen auf Vordermann gebracht. Ich denke schon unheimlich viel in Portugiesisch und des nachts kann ich nicht richtig schlafen, weil ich mir immer überlegen muss, was dieses und jenes heisst. Für heute ist erstmal genug mit schreiben. Ich weiß bei euch ist es bitter kalt, aber vielleicht bringen ja die Fotos ein bisschen Sonne und warme Gedanken ins kalte Deutschland. Es grüßt ganz lieb aus der Ferne, die Leni.

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  1. Top Leni! Tolle Fotos. Da kommt der pure Neid auf… zumal heute PBC geschrieben wird :/
    Genieß die Zeit und poste fleißig weiter 🙂

    • Das kann ich mir denken, dass da Neid aufkommt. Würde mir nicht anders gehen. Ich bin nur in der glücklichen Lage, dass ich das alles erleben darf. Und dafür bin ich auch echt dankbar. Viel Erfolg euch heute bei PBC.

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