Hier herrschen andere Sitten

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Es passiert hier jeden Tag soviel, dass ich eigentlich täglich schreiben müsste.

Es war ein aufregendes Wochenende. Am Freitag Abend waren wir wieder bei unser Capoeira Gruppe. Wegen eines Geburtstags fand kein normales Training statt, sondern es wurde nur gespielt und gefeiert. Und vor allem wieder viel Portugiesisch gesprochen. Ich werde jeden Tag besser. Begeisterung! Wir haben natürlich wieder mitmachen „müssen“. Man wird hier echt gut gepusht. Bisher kann ich ja leider noch nicht so viele Moves beim Capoeira, aber wenn es so weitergeht kann es nicht lange dauern, bis ich auch da besser werde.

Die letzten beiden Tage waren echt ziemlich heiß, so um die 35°, wobei mir gesagt wurde, dass wir dieses Jahr „La Niña“ haben und es deswegen hier nicht so heiß ist wie sonst, Gott sei Dank, ich weiß nicht ob ich 45° ertrage. Auf jeden Fall war ich gestern das erste mal richtig am Strand. Auf der Busfahrt dahin hatte ich auch ein lustiges Erlebnis. Wir mussten nach der Hälfte der Strecke alle den Bus wechseln da er voller Käfer war und die Fahrgäste alle geschrien haben. Hier gibts eben viel Geviehchsel. Der zweite Bus war natürlich völlig überfüllt, sodass wir stehen mussten, aber das stört die hiesigen Busfahrer überhaupt nicht, man lässt die Kupplung lieber beim Schalten immer reinknallen, damit auch ja alle Gäste umfallen! Am Strand angekommen konnte ich echt nicht fassen wir voll es war. Ich musste mich abholen lassen, ich hätte die anderen sonst echt nicht gefunden. Der Sand war so heiß, dass man rennen musste und zwischendurch immer mal wieder im Schatten stehen musste um den Füßen kurz Erholung zu gönnen. Wir saßen ziemlich dicht am Wasser, was über längere Zeit gar kein Problem war. Bis auf einmal ne Welle kam und die erste Reihe mitten im Wasser lag. Alles nass!

Abends war ich dann mit einem anderen Studenten auf der Geburtstagsparty einer Brasilianerin. Am Strand. Das war schon echt ziemlich schön. Bis es dann eine dolle Husche gab. Wir waren so nass, als wären wir schwimmen gewesen. Das stört aber die Brasileiros nicht. Danach gings munter weiter. Ich war abschließend total müde. Eine Fremdsprache zu lernen ist unheimlich anstrengend. Aber ich bin wohl schon ganz gut.

Heute war ich mit einer deutschen Freundin, und deren Schwester mit Familie in Rio mit dem Auto unterwegs. Ich habe endlich mal das andere Rio zu sehen bekommen. Gott sein dank saßen wir im Auto. Es ist teilweise echt Furcht einflößend. In einem Stadtviertel hat sich genau vor unseren Augen ne Schlägerei entwickelt. Das ging so schnell. Und die Polizei die vorbei fuhr machte eigentlich keine Anstalten einzugreifen, bis ein Zuschauer sie dazu animiert hat. Dann kamen sie mit gezogener Waffe dazu. Die Schlägerei sah echt gefährlich aus. Je weiter man in die Wohnviertel kommt, desto mehr ändert sich das Erscheinungsbild von Rio. Man bekommt das tatsächliche Leben zu sehen. Den Dreck und die Armut. Wir hatten teilweise Angst Fotos aus dem Auto heraus zu machen.

Dazu fällt mir noch ein, auf dem Heimweg von der Geburtstagsparty haben wir ein Taxi genommen (für mich hier das erste Mal) und der Taxifahrer ist munter über rote Ampeln gefahren. Ich dachte mir dazu nur, naja Nachts ist halt weniger Verkehr und die wollen einen schnell nach Hause bringen. Heute habe ich dann gehört, dass es einfach dem eigenen Schutz dient. Aus Angst vor Überfällen, wenn man anhält. Außerdem hat der Taxifahrer direkt nach dem wir eingestiegen sind das Auto verschlossen. Taxi fahren ist hier übrigens super billig. Wir hatten schon den teureren Tarif, da Samstag Nacht war, und haben für eine Strecke von 15min( durchgefahren und ihr wisst ja das man hier schnell fährt) umgerechnet ca. 7,50€ gezahlt, echt super. Da nimmt man doch öfter mal ein Taxi.

Ich war aber eigentlich gerade beim heutigen Nachmittag stehn geblieben. Wir waren noch auf einem Markt, den überwiegend Einheimische besuchen. Das war auch echt ein Erlebnis. Extrem laute Musik, dass man sich die Ohren teilweise zuhalten musste und überall Essen, wo man nur dachte, dass probier ich lieber nicht, sonst rebelliert mein Magen. Ich laufe ja Gott sein dank weniger Gefahr schon alleine dadurch, dass ich kein Fleisch esse. Zum Abschluss waren wir noch in einem Restaurant mit Buffet essen, wobei man hier meistens nach Gewicht bezahlt. Es ist auch meistens ziemlich teuer. Aber das Buffet war sehr ansehnlich, vor allem das Nachtischbuffet, wobei Ausländer immer lieber nur wenig probieren sollten, da die teilweise Speisen unerträglich süß sind. Alles ist hier teuer. Eluisa hat mir erzählt, dass sie letztens ein zwei Eiskugeln für umgerechnet 8€ gekauft und ein Päckchen Babybel (Inhalt 5 kleine Käse) für 10€ gesehen hat. Wahnsinn.

So ist also das Leben in Rio.

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