Die Schule hat begonnen

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Nun hat der Sprachkurs endlich begonnen. Das ist auch echt nötig. Hier spricht außerhalb der Uni kaum jemand Englisch. Also müssen Hände und Füße zur Verständigung beitragen. Gott sei Dank haben wir aber das Gefühl jeden Tag was zu lernen, und ich meine, dass das auch tatsächlich so ist. Ich fühle mich an meine Anfangszeit in Rom erinnert, wo wir kaum was verstanden haben, in der Schule Musik gehört haben und einen Lückentext ausfüllen sollten, damals aber auch nichts verstanden haben. Wenn ich die Lieder heute höre wundere ich mich immer, wie ich das damals nicht verstehen konnte. Deswegen bin ich auch guter Dinge was meine kommenden Sprachkenntisse angeht.

Portugiesisch ist für Ausländer ziemlich tückisch. So wurden wir schon auf einige Wörter hingewiesen, die ungefähr gleich klingen (besonders für Ausländer) aber unangenehme Verwechslungen bieten. So ist das Wort für Brot fast identisch mit dem Wort Schwanz. So hat nun auch schon eine Kommilitonin beim Bäcker einen Käseschwanz statt eines Käsebrots bestellt, natürlich zur Belustigung aller anderen Anwesenden, aber da müssen wir wohl durch. Mit der Kokosnuss ist es nicht anders. Das kann man leicht mal mit Kacke verwechseln. Ich hoffe in einem halben Jahr bin ich darüber hinaus. Die Sprache bietet eben viel Amusement. Ein Milchshake wird hier Milky Shaky ausgesprochen.

Am Wochenende war ich zu Fuß in der Stadt unterwegs und habe dabei schöne Musik gehört („Die fabelhafte Welt der Amélie“) und es hat sich angefühlt als wäre ich in nem Film. Sehr überwältigend. Nun nach einer Woche kehrt aber glücklicherweise auch schon langsam ein bisschen Gewohnheit ein, sodass man zumindest äußerlich hoffentlich nicht mehr allzu schnell als Gringa erkannt wird. Und endlich habe ich mich hier ein bisschen an das Bussystem gewöhnt und eine gewisse Orientierung gewonnen.

Es gibt hier an den meisten Bushaltestellen weder einen Namen derer (ich weiß immer noch nicht wie meine heisst) noch Nummern welche Busse hier fahren und auch nicht wohin sie fahren. Außerdem muss man den Bus auch immer heranwinken. Das gestaltet sich manchmal etwas schwierig, da die ja mit nem Affenzahn ankommen (man darf 70km/h in der Stadt fahren). Außerdem kosten die auch alle unterschiedlich, selbst auf der gleichen Linie, da manche klimatisiert sind, andere nicht. Ich habe aber keine Lust mehr zu zahlen, also winkt man teilweise auch erst im letzten Moment, sobald man erkannt hat, wo der Bus langfährt (die Haltestellen werden im Wechsel vorne angezeigt) und was er kostet. Die Busse halten aber auf jeden Fall, teilweise dann eben 10 Meter von der Haltestelle entfernt.

Für Ausländer ist der Fahrstil etwas gewöhnungsbedürftig. Am Anfang habe ich mich permanent festgehalten, da sehr plötzlich auf die Bremse gelatscht wird. Die Fahrer scheinen immer erst im letzten Moment eine Haltestelle zu bemerken, selbst wenn Stop gedrückt wurde. Ich könnte ein ganzes Buch zu den Bussen schreiben. Eine Anekdote möchte ich hier aber noch anbringen. In den Bussen gibt es immer ein Drehkreuz das man passieren muss. Ich dachte mir schon am Anfang, dass ich da bestimmt mal drin stecken bleiben würde. Mir selbst ist es bis jetzt zum Glück noch nicht passiert (kommt bestimmt noch), aber eine alte Dame ist mit dem Arm stecken geblieben (der war schon verbunden, also vielleicht ist das nicht das erste Mal passiert). Der Busfahrer musste dann aufstehen und es hat bestimmt fünf Minuten gedauert, bis das Problem gelöst war. Außerdem frage ich mich wie dicke Menschen durch das Drehkreuz kommen, es bietet nicht besonders viel Platz.

Ich entschuldige mich vielmals für mein schlechtes Deutsch. Hier kommuniziere ich nur in Englisch (das ist echt schon viel besser geworden) und Portugiesisch.

Muitas saudações do Rio de Janeiro

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